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Fjodor M. Dostojewskij – Leben und Werk: eine Skizze

 

Dostojewskij, geboren 1821 in Moskau, gestorben 1881 in Petersburg, war der Sohn eines Arztes. Nach dem Tod der Mutter 1837 geht er nach Petersburg, um dort das Ingenieursstudium an der Militärakademie aufzunehmen. 1839 stirbt sein Vater auf seinem Landgut unter ungeklärten Umständen.1844 entschließt sich Dostojewskij, Schriftsteller zu werden. Ein Jahr später erscheint sein erster Roman, „Arme Leute“, der von Wissarion Belinskij, dem maßgebenden Kritiker, enthusiastisch begrüßt wird. Weniger erfolgreich ist sein zweiter Roman, „Der Doppelgänger“, der aber bereits die Zerrissenheit der späteren Helden seiner großen Romane vorwegnimmt: Raskolnikow,  Stawrogin, Wersilow und Iwan Karamasow. 1849 wird Dostojewskij wegen Teilnahme an den liberalen Diskussionen des Petraschewskij-Kreises verhaftet, vom Zaren Nikolaus I. zum Tode verurteilt und, nach einer Scheinhinrichtung, zu vier Jahren Zuchthaus in Sibirien mit anschließendem Militärdienst im Siebten Sibirischen Linienbataillon in Semipalatinsk begnadigt. 1859 wird er auf eigenen Antrag an den Zaren Alexander II. aus der Armee entlassen, unter Berufung auf seine Epilepsie. Rückkehr ins literarische Leben. Der fiktionalisierte Sträflingsreport „Aufzeichnungen aus einem Totenhaus“ (1862) dokumentiert den Kriminologen und missionarischen Christen, der für die ab 1866 erscheinenden fünf großen Romane, auf denen sein Weltruhm beruht,  typisch ist:: „Verbrechen und Strafe“, „Der Idiot“, „Böse Geister“, „Ein grüner Junge“, „Die Brüder Karamasow“.  Seine Erzählung „Aufzeichnungen aus einem Kellerloch“ von 1864 hat als polemische Stellungnahme gegen die instrumentelle Vernunft, die im Kristallpalast der Londoner Weltausstellung ihr Wahrzeichen findet, eine eigene Wirkungsgeschichte. Mit seiner Zeitschrift „Tagebuch eines Schriftstellers“ (1873-1881) liefert Dostojewskij fortlaufende Kommentare zum Zeitgeschehen. Im historischen Konflikt zwischen „Slawophilen“ und „Westlern“ steht Dostojewskij auf der Seite der Slawophilen. Seine fundamentale Kritik an Westeuropa findet in seinem Reisebericht „Winterliche  Aufzeichnungen über sommerliche Eindrücke“  ihre literarische Zusammenfassung. Dostojewskij war zweimal verheiratet. Zunächst mit Marja Isajewa (ab 1857), die 1864 starb, dann mit Anna Snitkina (ab 1867), die ihn um viele Jahre überlebte und „Erinnerungen“ sowie ein „Tagebuch des Jahres 1867““ hinterlassen hat. Seine Liebesaffäre mit Apollinaria Suslowa (1861-1863) hat Dostojewskij in seinem Kurzroman „Der Spieler“ verarbeitet.

Dostojewskij gilt als einer der einflussreichsten Schriftsteller der Weltliteratur.

Horst-Jürgen Gerigk